Inspiration

Warum Kollaboration zwischen Frauen wichtiger ist denn je! Teil I

Trotz Frauenquote, die in Deutschland seit Anfang 2016 vorschreibt, dass börsennotierte Unternehmen…

bei Neueinstellungen in Führungspositionen mindestens 30 Prozent Frauen vorweisen müssen, sind Frauen leider noch immer weit in der Unterzahl. Laut DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) waren in den Top-200 Unternehmen im letzten Jahr (2016) zwar 23 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten, aber nur acht Prozent Frauen in Vorständen vertreten.[1] Die Zahlen seien im Vergleich zum Vorjahr um zwei bis drei Prozent gestiegen, aber im Allgemeinen verblassen die Mühen sobald der Frauenanteil 25 bis 30 Prozent erreicht hat. Eine gesetzlich vorgeschriebene „Mindest-Frauenquote“ scheint das Streben nach dem Ideal der Gleichberechtigung (das hieße 50 Prozent) abzulösen, wenn es um Geschlechtergleichberechtigung geht.

Mit so wenigen Frauen an der Spitze unserer Unternehmen, ist es manchmal schwierig, sich selbst zum Aufstieg zu motivieren.

Wie wir dies aber doch erreichen können, ist durch Kollaboration. In die Führungsetagen kommt man eben nur mit Hilfe, nicht mit Ellenbogen. Dass Männer eine besondere Art von „Bruderschaft“ und eine daraus entstehende Solidarität verbindet, ist ja wunderbar – nur müssen wir Frauen auch solch eine „Schwesternschaft“, die uns zusammenhält und füreinander einstehen lässt, aufbauen und erhalten, um die Erfolgsleiter hinaufzusteigen.

Zusammenarbeit verstehen

Nett und hilfsbereit… Ja, das sind wahrscheinlich die meisten! Um Stereotype kommen wir nun einmal nicht herum und etwas Wahrheit steckt ja manchmal auch dahinter. Allerdings sollten wir unsere Stärken auch geschickt anwenden, statt sie Hindernis werden zu lassen. Dass wir gemeinschaftlich gesinnt und fürsorglich sind, heißt nicht, dass man von uns erwarten kann, dass wir anderer Leute Arbeit übernehmen. Wir sollten uns ehrlich fragen, wie oft es schon vorgekommen ist, dass unser Chef uns mit Aufgaben beehrt hat, womit er niemals einen männlichen Kollegen beauftragt hätte. Haben wir nicht schon oft bemerkt, dass die Einweisung neuer Kollegen und Botengänge automatisch an uns übergeben werden – es herrscht ein stillschweigendes Einverständnis, dass diese Aufgaben für uns bestimmt sind. Vielleicht sind Frauen in bestimmten Dingen begabter als unsere männlichen Gegenstücke. Allerdings scheinen wir all diese Hilfsfunktionen mit Freude anzunehmen ohne uns im Klaren darüber zu sein, dass uns dies Zeit und Energie kostet, die wir sonst in andere Projekte stecken könnten, welche unserer Karriere viel zuträglicher wären.

Ein „gesunder“ Wettbewerb

Wir müssen also Zusammenarbeit und Wettbewerb am Arbeitsplatz neu für uns definieren, wenn wir uns ein starkes Support-Netzwerk aufbauen wollen. Auf der einen Seite tauschen Männer ihr Wissen und ihre Expertise als einfache Informationsquellen aus. Frauen, auf der anderen Seite, helfen eher anderen in Not, was meist viel zeitaufwendiger ist und mehr Mühe macht als ein einfacher Informationsaustausch. Wir müssen uns von dem sportlichen Wettbewerbsverhalten etwas abgucken und auch einen sportlichen Wettbewerb fördern. Keine Eifersucht und kein Tratsch. Eine „gesunde“ Wettbewerbsmentalität stellt keine Bedrohung dar, sondern soll uns anspornen, uns selbst ehrgeizige Ziele zu setzen und unser Bestes zu geben. Vielleicht haben wir manchmal das Gefühl, dass die Männer bei der Arbeit den meisten Platz einnehmen und wir deshalb den Rest unter uns aufteilen müssten. Auch Quoten und der Drang nach mehr Vielfalt am Arbeitsplatz kann uns nervöser und ängstlicher machen. Aber wir müssen uns von dieser Denkweise distanzieren, um uns zusammenzuschließen und gemeinsam die Spitze zu erobern – letztlich auch, um für andere Frauen und die nachfolgenden Generationen Platz zu schaffen.

Die richtige Art von Kollaboration kann die Basis für Freundschaften, Bündnisse und Netzwerke bilden, die uns alle bei der Karriereförderung helfen können – egal in welchem Umfeld wir arbeiten. Dies kann uns auch den Zugriff auf mehr Informationen, Partner, potentielle Kunden, und Auftraggeberinnen ermöglichen. Ein weitreichendes Netzwerk kann ebenso bei der Jobsuche in einer neuen Region oder Industrie helfen. Übrigens kann Kollaboration und Zusammenhalt im Kleinen anfangen, z.B. mit einem dezenten Hinweis, wenn die Strumpfhose der Kollegin eine Laufmasche hat. Für so etwas wären wir doch auch dankbar, oder? 

Mehr zum Thema Coaching und Mentoring gibt’s beim nächsten Mal!

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