Interview

„Frauen sparen, aber trauen sich nicht ihr Geld zu investieren“

Wir haben mit den beiden Gründerinnen Clara und Caroline von Finelles gesprochen. Finelles ist eine Online Lern-Community, die Frauen Wissen zum Thema Finanzen und Investitionen vermittelt. Die beiden Powerfrauen haben uns erzählt, warum sie Finelles gestartet haben, was sie als Unternehmerinnen überrascht und vorantreibt und uns ihre Tricks für einen unschlagbaren Power-Look verraten.

Die beiden Powerfrauen Clara und Caroline haben sich zum Ziel gesetzt, Frauen zu befähigen, ihre finanziellen Geschicke selbst in die Hand zu nehmen. Dafür haben sie gemeinsam Anfang des Jahres die Online Plattform Finelles (finelles.com) gegründet. Beide haben zuvor lange als Unternehmensberaterinnen im Bankwesen gearbeitet und sich auch dort kennengelernt. Die Kölnerin Clara ist die Spar- und Budgetexpertin der beiden, die ihr Wissen gerne in Kursen und Workshops weitergibt. Die Niedersächsin Caroline ist der Coaching und PR Profi. Sie vernetzt sich gerne und stellt sicher, dass immer mehr Frauen Finelles kennen. Wir haben mit den beiden über Finelles, das Gründen und vieles mehr gesprochen.

In einem Satz, was ist Finelles.com?

Finelles ist eine Online Lern-Community, über die sich Frauen finanzielles Know-how aneignen können um anschließend qualifiziert ihr Geld zu investieren.

Warum habt ihr Finelles gegründet?

Uns ist aufgefallen, dass unsere Freundinnen und Bekanntinnen, die alle gestandene und erfolgreiche Frauen sind, merkwürdigerweise den Themenbereich Geld und Finanzen vernachlässigen. In einer großen Umfrage, die wir daraufhin gestartet haben, wurde uns das bestätigt. Es kam heraus, dass Frauen sparen, aber sich nicht trauen ihr Geld zu investieren. Das passte für uns nicht zusammen und wir haben entschieden, dass wir das ändern möchten. Wir wollen Frauen dazu befähigen, ihre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen und eben auch das Thema Finanzen eigenständig regeln zu können.

Für wen ist Finelles genau die richtige Plattform?

Unsere Zielgruppe ist zwischen 25 und 45 Jahren alt, weiblich, webaffin und lernt gerne dazu. Bisher interessieren sich viele Akademikerinnen für unsere Inhalte, was aber darauf zurückzuführen ist, dass uns natürlich Freunde von Freunden weiterempfehlen. Unsere Zielgruppe lebt in der DACH Region, ist primär deutschsprachig – aber wir haben auch einige internationale Fans, die unseren englischsprachigen Newsletter und Instagram Kanal abonniert haben.

Ihr beide kennt euch aus euren vorherigen Jobs – Unternehmensberatung bei einer Bank. Wie habt ihr eure Rollen in dieser noch sehr männerdominierten Welt wahrgenommen?

Caroline: Mir wurde die Frage schon öfter gestellt. Interessanterweise habe ich in der Finanzindustrie viele Chefinnen gehabt, also gar nicht so sehr den Eindruck gehabt, dass Frauen sich hier nicht durchsetzen können. Ich habe mich auch nicht benachteiligt gefühlt. Ich habe einen großen Bruder und habe spielerisch schon als kleines Mädchen gelernt, mich durchzusetzen, Gleichzeitig habe ich viel Empathie für das andere Geschlecht. Was mir im Laufe meiner Karriere immer klarer wurde ist eher: in großen Konzernen hast du weniger Möglichkeiten, Dinge zu beeinflussen und Deine Ideen einzubringen. Ganz egal, ob die Branche männer- oder frauendominiert ist.

Clara:In meiner Rolle habe auch ich nicht viele Unterschiede wahrgenommen.  Da scheinbar die Finanzindustrie immer noch eine geringere Frauenguote hat im Vergleich zu anderen Berufsgruppen, wird der Einstieg von Frauen in dieser Branche immer mehr gefördert. Es gibt sogar spezielle Programme für Frauen, damit sie ihr Berufsleben besser mit dem Familienleben vereinbaren können und dadurch nicht so stark benachteiligt werden.

Was ist für euch bisher das Positivste am Gründen?

Die positiven Reaktionen auf Finelles. Die Tatsache, dass man mit Vision und Energie ausgestattet einiges erreichen kann. Die Tatsache, dass ein 80 / 20 Ansatz sich auszahlt – es muss nicht immer alles perfekt sein.

Was ist bisher das Überraschendste an eurer Arbeit an Finelles?

Wenn man gründet, stellt sich die Frage nach dem vielen Arbeiten nicht. Finelles ist ein bisschen wie ein Baby, das man aufzieht. Wenn du dich einmal für so ein visionsgetriebenes Unternehmen entschieden hast, machst du einfach. Ganz egal, wieviel Zeit du investierst oder ob du deine E-Mails im Urlaub liest. Wir sind regelmäßig überrascht, mit wieviel Energie wir immer an unser Thema herangehen und nicht müde werden, weiterzumachen.

Was ist eure tägliche Motivation um an Finelles zu arbeiten?

Das Feedback, dass wir von Frauen wie bsp. euren Kundinnen bekommen. Wir hören sehr oft “Wir finden eure Idee super, weiter so”. Oder “Ihr habt tolles Branding” oder “Danke, dass ihr ein Meet Up organisiert habt – es hat total viel Spaß gemacht”. Das beflügelt uns ungemein. Es ist super, wenn man zu zweit gründet – da kann man sich gegenseitig motivieren.

Was macht ihr um mal den Kopf komplett frei zu kriegen vom Business?

Caroline: Ich gehe ab und an laufen, mache Vinyasa Yoga und male. Außerdem habe ich ein Laster: koreanische Soaps schauen.
Clara: Wenn ich ehrlich bin, mache ich momentan nichts lieber als mich für Finelles zu engagieren, sei es durch die Teilnahme an Networking-Events für Frauen oder indem ich mich über Finanzthemen informiere und mich hier weiterbilde. Allerdings ist die Zeit mit meinem Freund und meiner Familie genauso wertvoll für mich, und ich versuche bewusst dort mich auf die Menschen und andere Themen zu fokussieren.

Was bedeutet für euch Female Empowerment?

Aufhören zu denken, als Frau kann man weniger erreichen. Sich nicht zu schade zu sein, nach Unterstützung (bsp. Coaching) zu fragen, wenn man welche braucht. Überholte Genderrollen einfach ignorieren – ein gutes Beispiel hierfür ist “Frauen können keine Häuser renovieren” (Beispiel aus unserem Leben) oder “Frauen sind zu doof zum Investieren”. Falsch!

Habt ihr ein weibliches ‘Role Model’?

Caroline: Ellen Degeneres, die Moderatorin der US-amerikanischen Ellen Show. Sie hat immer gute Laune, bringt ihre Gäste zum Lachen (und Tanzen), scheut aber gleichzeitig nicht vor ernsten Themen zurück … und tut Gutes!

Clara: Bei mir ist es meine Oma, die bis vor kurzem noch ihr eigenes Business geführt hat. Sie hat sich nie vom Weg abbringen lassen und sich immer durchgesetzt und ist damit sehr erfolgreich geworden.

Was war der wertvollste Tipp, den ihr je bekommen habt?

Caroline: Aufzuhören, mir den Kopf darüber zu zerbrechen, was andere von mir denken könnten. Ich habe lange versucht, den Vorstellungen anderer zu entsprechen. Dabei bin ich aber zu kurz gekommen. Das Leben ist kurz: mache einfach, worauf du Lust hast. Dann bist du authentisch.

Clara: Ich habe mir auch früher zu sehr über jede Kleinigkeit Gedanken gemacht. Mein Chef hat mir damals den Tipp gegeben, sich nur auf die Dinge zu konzentrieren, die man beeinflussen kann und auch einmal 5 grad sein zu lassen. Das hilft mir bis heute sehr mich nicht zu sehr in Negatives rein zu steigern, oder mich auf meine Fehler zu konzentrieren. Stattdessen versuche ich immer an mir zu arbeiten, aus Fehlern zu lernen und mich auf das, was gut funktioniert zu fokussieren.

Eure 3 Power-Tipps für Frauen im Business?

  1. Hartnäckig sein, dran bleiben
  2. Aus Fehlern lernen – keine ist perfekt auf die Welt gekommen
  3. Schreibe Deine Ziele auf – die Wahrscheinlichkeit, dass du sie erreichst, ist dann viel höher.

Ihr beide habt euch beim Kennenlernen über Claras lilafarbenen Mantel mit passender Tasche unterhalten. Welche Rolle spielt eurer Meinung nach das richtige Outfit für Frauen im Job?

Caroline: Eine sehr große! Nicht umsonst heißt es: Dress for success. Was ich immer als “Ziehe Dich so an, wie du wahrgenommen werden willst” interpretiere. Zwei gute männlichen Freude aus Frankfurter Zeiten haben gerne gesagt: “Caro, zieh Dich passend für die nächsthöhere Position in der Firma an”. Das ist was dran.

Clara: Also zuerst einmal – der Mantel war bordeaux.;-) Für mich ist es wichtig, dass ich mich im Business Look wohl fühle, vor allem weil der Kleidungsstil nicht meinem privaten Kleidungsstil entspricht. Es muss also ein Kompromiss sein, in dem ich aber selbstbewusst auftreten kann und mich noch wie ich selbst fühle.

Ein besonderes Kleidungsstück kann ein ‚conversation starter‘ sein. Finde diese bordeaux-farbenen Mäntel und viele mehr hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ist euer persönliches Power-Kleidungsstück? Was zieht ihr an, wenn ihr euch so richtig gut fühlen wollt?

Caroline: Als Halbfranzösin habe ich ein Faible für französische Marken. Vor ein paar Jahren habe ich mir daher ein Hermès Seidentuch gegönnt. So eines kauft man sich einmal im Leben und es ist zeitlos. Es erinnert mich an meine französische Großmutter Lucienne. Meines ist grün mit ein wenig pink und blau. Ich kombiniere das auch mit Jeans und Adidas und Carhartt Jacke. Wenn ich mir selber Mut machen will, ein schwieriges Gespräch ansteht oder anspruchsvolle Kunden zu betüdeln sind, dann hole ich das Hermès heraus.

Clara: Für mich ist der Klassiker – ein schwarzes, modern geschnittenes Kleid und High Heels. Wenn es ein wirklich wichtiges Gespräch habe, zählt aber das Gesamtkonzept – da achte ich dann auch auf den passenden Nagellack und die Accessoires.

Diese Tücher sind zwar nicht von Hermès, geben deinem Auftritt aber ebenso das gewisse Etwas. Finde diese und viele mehr hier.

 


 

 

 

 

 

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